22. Juli 2024

Ankathie Koi auf Tour: Die wilde Wildsau.

Nach einer Pause von fünf Jahren seit ihrem letzten Album „Prominent Libido“, präsentiert uns Ankathie Koi dieser Tage ihr neues Werk „Pikant“. In einem Interview mit der „Krone“ verrät sie, wie die Mutterschaft ihr verändert hat, warum sie im Harlekin-Kostüm auftritt und warum sie nun hauptsächlich auf Deutsch singt. Wer in der heimischen nach einer Portion Offensive und Exzentrik sucht, der hat bisher wohl nicht genau genug hingesehen. Die gebürtige Bayerin und Wahlwienerin Ankathie Koi gilt wortwörtlich als „verrückte Henne“ und präsentiert ihre Musik mit der Energie einer mittelgroßen Kleinstadt.

Ihre Solokarriere dauert mittlerweile bereits zehn Jahre und zum Jubiläum veröffentlicht sie nun ihr drittes Studioalbum „Pikant“. Dieses Album vereint 80er-Partyvibes, elektronische Klänge und eingängige Pop-Melodien, die perfekt in den bald kommenden Frühling passen. Auf diesem Album hat sich die musikalische Herangehensweise etwas gestrafft, wie sie im Gespräch mit der „Krone“ erzählt.

Ankathie Koi erzählt, dass die 80er-Einflüsse immer noch präsent sind, aber nicht mehr so dominant wie zuvor. Bei ihrem letzten Album habe sie sich mehr auf Stimmen und Klänge konzentriert und zu wenig darauf, was mit den Songs passiert. Sie wollte wieder Popsongs mit klarer Struktur schreiben, die sich direkt ins Ohr einprägen. Der Drang nach musikalischer Leichtigkeit kam Koi während der langen Corona-Pandemie, nachdem sie 2019 ein temporäres Burn-Out erlitten hatte.

Für das neue Album hatten sie zunächst andere Arbeitstitel im Sinn, wie „Wütend steht ihr gut“ oder „Soviel Drama (steht dir nicht)“. Letztendlich entschieden sie sich für „Pikant“, da dieser Titel perfekt zu Ankathie Koi und ihrer Musik passt. Der Begriff „Pikant“ beschreibt etwas angenehm Scharfes, das aber nicht schmerzt – ähnlich wie ein guter Aufstrich, der jedoch nicht zu scharf ist.

Auf ihrem Album behandelt Ankathie Koi Themen wie Sexualität, Beziehungen und gesellschaftliche Normen auf eine offene und freizügige Art und Weise. Sie setzt sich kritisch mit der Prüderie auseinander und reflektiert die Objektifizierung von Frauen in der Musik.

In den letzten Jahren hat sich Ankathie Koi auch persönlich stark verändert. Vor drei Jahren wurde sie Mutter und musste ihr Leben entsprechend anpassen. Sie versucht nun, den Rock'n'Roll und die Mutterschaft unter einen Hut zu bringen und befindet sich noch in einer Findungsphase zwischen der Rolle als Mama und der Rolle als Rockstar. Um diese Zwiespältigkeit zu verdeutlichen, tritt sie auf „Pikant“ in einem Harlekin-Kostüm auf.

Ein wichtiger Schritt für Ankathie Koi war auch die Entscheidung, hauptsächlich auf Deutsch zu singen. Die deutsche Sprache erlaubt es ihr, bestimmte Themen auf eine direktere und perkussivere Art zu vermitteln. Songs wie „Tiefer“ oder „Amour Fou“ sind Beispiele für ihre expliziten und offenen Texte, die sowohl sexuelle als auch emotionale Themen behandeln.

Mit „Pikant“ geht Ankathie Koi nun auf große Österreich-Tour. Die Termine finden sich auf www.spoon-agency.at. Die Konzerte versprechen eine Welt der Ausschweifung und des Eskapismus, als Gegenpol zu den gesellschaftlichen Problemen der Gegenwart. Die Sängerin lädt das Publikum ein, sich von der Schwere der letzten Jahre zu befreien und wieder Lust auf zu haben.