21. Juli 2024

Betrügerische Schockanrufe aus Wiener Callcentern

Nachdem eine Witwe Rekordsummen an eine Bande falscher Polizisten verloren hatte, gelang es der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), ein türkisches Brüderpaar zu fassen. Die Ermittlungen gegen die Betrüger, die Teil einer Mafia-Bande mit mehr als 30 Verdächtigen sind, sind im Gange.

Die Betrüger operieren von der Türkei aus und locken vor allem ältere Menschen in Österreich und ganz Europa mit Schockanrufen in die Falle. Die Opfer werden zuvor teilweise ausgespäht, bevor ihre Gelder oder Wertgegenstände von „Abholern“ eingezogen werden. Die Drahtzieher bleiben im Hintergrund und profitieren von einem luxuriösen Lebensstil. Der Anführer soll Berichten zufolge über ein Vermögen von 500 Millionen Euro verfügen.

Trotz der Festnahme des türkischen Brüderpaares, das nur als kleine Fische in diesem großen Betrugsschema angesehen wird, gehen die Ermittlungen weiter. Einer der Verdächtigen, Anwalt Manfred Arbacher-Stöger, soll von der abgeholten Summe von über 600.000 Euro nur einen Bruchteil als Lohn erhalten haben. Sein Bruder, vertreten durch den renommierten Juristen Rudolf Mayer, wurde bereits wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die WKStA, bekannt für ihre Ermittlungen gegen hochrangige Politiker wie den ehemaligen Kanzler Sebastian Kurz, ist weiterhin intensiv mit dem Fall der falschen Polizisten befasst und arbeitet daran, die Hintermänner dieser kriminellen Organisation zu entlarven.