22. Juli 2024

„Deutschoffensive in Wien: Fünf-Punkte-Plan gegen Sprachhürden“

Die Anzahl außerordentlicher Schüler in ist in den letzten Jahren explosionsartig angestiegen. Um Kindern mit Deutsch-Schwäche zu helfen, hat die Stadt einen Fünf-Punkte-Plan entwickelt. Dieses Angebot ist jedoch freiwillig, da das Bildungsministerium laut dem Rathaus in dieser Hinsicht säumig ist. Christoph Wiederkehr, Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat, ist entschlossen, der steigenden Zahl von außerordentlichen Schülern in Wien entgegenzuwirken. Derzeit machen sieben Prozent aller Pflichtschüler in Wien aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse Probleme im Regelunterricht.

Um Deutschdefizite zu bekämpfen, plant die Stadt Wien eine „Deutschoffensive“. Hierbei werden die bereits im letzten Jahr gestarteten Deutsch-Sommerkurse auf 3.840 Plätze ausgebaut. Ebenso werden freiwillige Kurse während des Schuljahres verstärkt angeboten. Darüber hinaus sollen auch in Büchereien vermehrt Sprachangebote gemacht werden. Insgesamt erhalten die Kindergärten 50 neue Sprachförderkräfte, um die sprachliche Integration zu fördern. Des Weiteren sollen neun neue Ganztagsschulen im Herbst eröffnet werden.

Die Maßnahmen der Stadt Wien wurden von der ÖVP kritisiert, die sie als „Mickymausoffensive“ bezeichnete. Sie fordert eine intensivere Förderung bereits im Kindergarten. Christoph Wiederkehr betonte, dass Deutschkenntnisse in der Schule nicht optional sein sollten und dass Spracherwerb eine grundlegende Voraussetzung für den beruflichen Erfolg und die soziale Integration darstellt.

Wiederkehr wünscht sich mehr Verpflichtung und weniger Freiwilligkeit bei der Sprachförderung. Er schlägt vor, zusätzlichen Deutschunterricht im zweiten Kindergartenjahr sowie in den Schulen einzuführen, anstelle der bisherigen Deutschförderklassen. Dies erfordert jedoch eine Gesetzesänderung durch das Bund. Zusätzlich plädiert er für eine Wohnsitzpflicht für Flüchtlinge, um die Zuwanderung aus anderen Bundesländern nach Wien zu reduzieren. Da diese Maßnahmen auf Bundesebene nicht umgesetzt werden, steht Wien nun vor einer großen Herausforderung.