14. April 2024

Jeder zweite Zug fällt aus: ÖBB-Fahrgäste verärgert.

Fahrgäste am Bahnhof Floridsdorf sind zunehmend verärgert. Die ÖBB-Züge fallen in großer Zahl aus und bis Ostern werden die Intervalle reduziert. Seit Montag werden Wiener Pendler mit einer drastischen Reduzierung des Nahverkehrsangebots konfrontiert, was insgesamt 50 Verbindungen betrifft. Am Bahnhof Floridsdorf werden kontinuierlich Durchsagen gemacht, dass Züge ausfallen oder verspätet sind. „Es ist unglaublich, ich komme zu spät zur Arbeit“, beklagt Sanela Lekic. Nina Wally ist dagegen nicht überrascht: „Auf meiner Stammstrecke fällt jeder zweite Zug aus.“ Die Situation wird jetzt noch schlimmer, da seit Montag weniger Züge in der Ostregion unterwegs sind. Die ÖBB gibt an, dass 15 Triebwagen aufgrund von Lieferverzögerungen fehlen.

Die Einschränkungen werden bis Ostern fortgesetzt. Konkret werden auf zwei Linien Reduzierungen vorgenommen. Die S3 wird zwischen Korneuburg und Floridsdorf täglich 84 Mal anstatt 102 Mal fahren. Bei der R40 sind 116 Züge statt 108 im Einsatz. Die Einschränkungen sollen bis Ostern bestehen bleiben.

Erich Valentin, SPÖ-Gemeinderat und Vorsitzender des Mobilitäts-Ausschusses, reagiert entschieden auf die jüngsten Einschränkungen im Bahnangebot der Ostregion und wirft den ÖBB und dem zuständigen Bundesministerium vor, eine „Anti-Werbung für den öffentlichen Nahverkehr“ zu betreiben. „Die Entscheidung, den Fahrplan so massiv auszudünnen, steht in starkem Widerspruch zu den politischen Bestrebungen, den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu fördern. Es ist ein paradoxes Signal: Einerseits wird die Bevölkerung ermutigt, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, andererseits werden die dafür notwendigen Angebote eingeschränkt“, kritisiert Valentin.