18. April 2024

Jugendliche raubten Betreuerin der MA 11 aus

In einem tragischen Vorfall raubten drei Jugendliche die Betreuerin einer Wohngemeinschaft der MA11 aus, bewaffnet mit einer Schere und einem Buttermesser. Der Grund für den Überfall war die Erinnerung der Betreuerin an die Nachtruhe, die einen der Jugendlichen so wütend machte, dass er den Entschluss fasste, an dem Raub teilzunehmen. Dies geschah nur fünf Tage vor seinem ersten Prozess im Landesgericht.

Die Hintergründe der Jugendlichen sind von schweren Familienverhältnissen, einem falschen Freundeskreis sowie dem Verlust von Elternteilen geprägt. Der Hauptangeklagte, ein 15-Jähriger, musste nach dem Tod seiner Mutter in einer betreuten Wohngemeinschaft , während sein 16-jähriger Freund mehrmals im Spital und in einem Krisenzentrum war, ohne über die Gründe sprechen zu wollen. Der dritte Jugendliche im Bunde, ein 14-Jähriger, hatte ebenfalls mit persönlichen Problemen zu kämpfen, über die er nicht sprechen wollte.

Die Jugendlichen trafen sich in der WG des Hauptangeklagten, um gemeinsam zu kochen, als die Betreuerin sie an die Sperrstunde erinnerte. Daraufhin entschieden sich der 15-Jährige und der 14-Jährige, die Betreuerin auszurauben. Sie bewaffneten sich mit einer Schere und einem Buttermesser und forderten Geld von der Betreuerin, bevor sie schließlich 2005 Euro aus einer Kassette stahlen. Sie wurden jedoch bereits im Stiegenhaus festgenommen.

Trotzdem wurde der Vorfall als schwerer Raub eingestuft, besonders da der Hauptangeklagte nur wenige Tage zuvor wegen eines Vorfalls mit einem Feuerlöscher in einem Krisenzentrum angeklagt war. Die Jugendlichen wurden zu verschiedenen Bewährungsstrafen verurteilt, wobei der Verteidiger des jüngsten Angeklagten optimistisch ist, dass er sein Leben wieder in den Griff bekommen wird. Die Urteile sind jedoch noch nicht rechtskräftig.