21. Juli 2024

Käthe Sasso – NS-Widerstandskämpferin und Courage-Vorbild

Mit großer Trauer wurde die Nachricht von dem Tod von Professorin Käthe Sasso empfangen, einer Zeitzeugin und Widerstandskämpferin, die heute Nacht verstorben ist. Diese traurige Mitteilung wurde am Montag von Bürgermeister Michael Ludwig, dem Landesparteivorsitzenden der SPÖ-, bekannt gegeben. Die 98-jährige Wienerin hat ihr gesamtes der Erinnerungskultur gewidmet, und ihr Tod hinterlässt eine Lücke in der Welt der Zivilcourage und des Mutes.

Mit dem Ableben von Käthe Sasso verlieren wir ein beeindruckendes Vorbild für Zivilcourage und Mut. Ihr Erbe, sowie das aller anderen Menschen, die eine der dunkelsten Zeiten unserer überlebt haben, wird für alle nachfolgenden Generationen bewahrt und in lebendiger Erinnerung gehalten werden, versichert Ludwig.

Käthe Sasso war eine der wenigen Überlebenden des NS-Regimes, die aus eigener Erfahrung sprechen konnten oder von den Menschen berichten konnten, die im Holocaust ermordet wurden. Mit großer Entschlossenheit hat sie bis ins hohe Alter ihr Ziel verfolgt, als Zeitzeugin möglichst vielen Menschen von den schrecklichen Ereignissen jener Zeit zu berichten. Über Jahrzehnte hinweg hat sie mit Tausenden von jungen Menschen über ihre Erfahrungen im Kampf gegen den Nationalsozialismus gesprochen.

Geboren im Jahr 1926, traf Käthe Sasso bereits als Jugendliche die mutige Entscheidung, sich gegen das NS-Regime zu stellen. Im Alter von nur 15 Jahren schloss sie sich dem österreichischen Widerstand an und wurde kurz darauf von der Gestapo inhaftiert und ins Konzentrationslager Ravensbrück gebracht. Während des Todesmarsches Richtung KZ Bergen-Belsen gelang ihr die Flucht und die Rückkehr nach Wien.

Als eine der wenigen Überlebenden des Widerstands setzte sich Käthe Sasso Zeit ihres Lebens für die Erinnerung an die im Nationalsozialismus hingerichteten Widerstandskämpfer ein. Ihr Einsatz führte schließlich zur Errichtung einer Gedenkstätte am im Jahr 2013, an der die Hingerichteten ihre letzte Ruhestätte fanden. Ihre Arbeit und ihr Vermächtnis werden auch nach ihrem Tod weiterleben und die Erinnerung an diese dunkle Zeit wachhalten.