25. Juli 2024

„Kuriose Nachbarschaft: Grün und Blau in Favoriten“

Neben dem Wahlsieg der Freiheitlichen brachte die EU-Wahl auch andere, zum Teil kuriose Ergebnisse ans Licht. Ein interessantes Phänomen zeigt sich am Viktor-Adler-Markt, wo die FPÖ oft ihre Wahlkampfveranstaltungen abhält: Hier Blau- und Grün-Wähler Tür an Tür. Die SPÖ sieht sich insbesondere in ihren einstigen Hochburgen, die nun von der FPÖ dominiert werden, umzingelt.

Die blaue Hochburg am vergangenen Wochenende befand sich jedoch ganz im Westen Österreichs, in Spiss, Tirol. Hier erzielte die FPÖ mit 70 Prozent ihr bestes Ergebnis – ein Plus von 60 Prozentpunkten. Am Viktor-Adler-Markt in -, wo die FPÖ traditionell ihre Wahlkampfabschlüsse feiert, mussten sie jedoch den Grünen den Vortritt lassen.

In den großen Städten schwächelten die Blauen insgesamt, obwohl man meinen könnte, dass sie hier mit ihrem Lieblingsthema, der Migrationsproblematik, am meisten punkten könnten. In Wien erzielte die FPÖ lediglich 18,6 Prozent, ein Plus von nur 4,2 Prozentpunkten. Besonders in den inneren Bezirken Wiens wie dem ersten, dritten, vierten sowie den bürgerlichen Bezirken 13, 17, 18 und 19 konnte die FPÖ nicht überzeugen.

Auch in Österreichs zweitgrößter Stadt Graz blieb das Ergebnis mit nur 17,3 Prozent hinter den Erwartungen zurück. Die SPÖ konnte sich hingegen in den Großstädten behaupten, vor allem in Wien, das trotz Verlusten noch immer als rote Bastion gilt.

Interessant sind auch die Farbtupfer in manchen Bezirken, wie beispielsweise in der Donaustadt, wo die NEOS erstmals stärkste Partei wurden. In der autofreien Mustersiedlung Nordmanngasse am Donaufeld in Floridsdorf wiederum überholten die Grünen die SPÖ. Die Bewohner verpflichten sich hier, auf ein eigenes Auto zu verzichten. Im Gemeindebau Schlingerhof am Floridsdorfer Markt hingegen erzielte die FPÖ mit 50,7 Prozent sogar die absolute Mehrheit.