25. Juli 2024

„Nothing But Thieves live: Die Stromgitarre rockt!“

Nothing But Thieves: Die Rockband, die Großes bewegt

Die britische Rockband Nothing But Thieves ist derzeit der absolute Geheimtipp. Am Sonntagabend eroberten sie den und lieferten ihre bisher beste Show in Österreich ab. Conor Mason und seine Bandkollegen haben es geschafft, sowohl ältere Rockfans als auch die jüngere Generation für sich zu gewinnen und sind somit wichtige Wegbereiter für die Zukunft der Stromgitarre. Als wir Gitarrist Joe Langridge-Brown am Nachmittag im Backstagebereich des Wiener Gasometers zum Interview treffen, ist er bester Laune. Der Grund für seine gute Stimmung ist typisch britisch – sein Lieblingsklub Arsenal London hat gerade einen 6:0 Auswärtssieg gegen den Stadtrivalen West Ham United gefeiert. „Wir haben den Soundcheck heute extrem verkürzt und in die Halbzeit verlegt“, lacht er laut. „Rod Stewart passt seine Konzerte oft dem Spiel von Celtic Glasgow an. Ich hoffe, wir haben eines Tages auch diese Macht.“ Drei Fünftel der Band drücken ihrem Lieblingsklub „Gunners“ die Daumen, während Sänger Conor Mason ein Fan von Manchester United ist, sich jedoch im Laufe der Jahre etwas vom Fußball distanziert hat. An diesem Tag gehen Nothing But Thieves jedenfalls im Gleichklang mit ihrem bevorzugten Fußballverein und ihr Konzert entwickelt sich zu einem triumphalen Volltreffer.

Etwas Neues bieten

2016 betraten die Jungs das erste Mal eine heimische Bühne beim mittlerweile verschwundenen „Out Of The Woods“ Festival in Wiesen. Sie waren noch jung und unerfahren, aber hatten bereits eine ganze Reihe von Rockhits im Gepäck. Nach einem ausverkauften Arena-Gig, Auftritten beim Nova Rock und Frequency Festival spielen sie nun im ausverkauften Gasometer und hätten wahrscheinlich auch in die Wiener verlegt werden können, wenn die Veranstalter mutiger gewesen wären. Vielleicht ist es aber besser so, denn hier im Gasometer vereinen sich Generationen im frühlingshaften Februar in Harmonie. Während die Eltern mit einem Bier in der Hand in den hinteren Reihen warten, gehen ihre Kinder vorne ab und zeigen, dass die Stromgitarre auch in der Generation TikTok immer noch ihren Platz hat. Man muss eben einfach etwas Anderes, Neues und Spannendes bieten, um auch diejenigen anzusprechen, die ansonsten Trap hören oder zu Hyperpop tanzen.

Das im letzten Sommer veröffentlichte Album „Dead Club City“ brachte Nothing But Thieves den entscheidenden Karrierepush. Obwohl sie bereits mit ihren vorherigen drei Alben als eine der vielversprechendsten Rockbands Europas galten, wurde gerade dieser Mut zur Veränderung belohnt. Gitarrist und Produzent Dominic Craik ließ seiner Liebe zu Synthesizern freien Lauf und plötzlich wurde aus der Gitarren-Rockband eine tanzbare, von den 80ern beeinflusste Band mit elektronischen Elementen. „Wir hatten nie geplant, ein Synthie- oder Dance-Album zu schreiben“, erzählt Langridge-Brown schmunzelnd. „Jetzt, wo Rock- und Emo-Musik langsam ein Revival erleben, setzen wir auf 80er-Sounds. Zumindest kann man uns nicht vorwerfen, gängigen Trends hinterherzulaufen.“ Doch was auf dem Album für alte Fans gewöhnungsbedürftig sein mochte, funktioniert live sofort. Songs wie „Do You Love Me Yet?“, „Welcome To The DCC“ oder „City Haunts“ entfesseln eine ungeheure Rock-Kraft, die von den Synthesizern unterstützt, aber nicht überrollt wird.

Einheit auf und hinter der Bühne

Mit dem neuen Sound musste auch das Live-Instrumentarium angepasst werden. „Als etablierter Gitarrist spielt Dom jetzt die Synthesizer“, lacht sein Gitarrenkollege. „Ich habe großen Respekt davor, vor allem da ich jetzt öfter mit der Gitarre in den Vordergrund trete.“ Nothing But Thieves sind wieder näher zusammengerückt. Nachdem die beiden vorherigen Alben in Los Angeles aufgenommen wurden, entstand „Dead Club City