23. April 2024

Sexarbeiterin kritisiert Karner: Kontrollen sinnlos!

Im Gespräch mit der Zeitung „Krone“ äußerte sich Sexarbeiterin Sissi verärgert über die Maßnahmen, die Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) nach dem Dreifachmord an Prostituierten angekündigt hat. Karner plant Schwerpunktkontrollen im Rotlichtmilieu, Sicherheitsschleusen und verschärfte Bordellkontrollen. Sissi bezeichnet diese Maßnahmen als „einen komplett falschen Ansatz“ und betont, dass es viele Probleme in der Szene gebe, die angegangen werden sollten. Sie ist der Meinung, dass Verbesserungen nur möglich sind, wenn man mit den Beratungsstellen, Selbstorganisationen und den Menschen, die in der Sexarbeit tätig sind, zusammenarbeitet.

Die 60-jährige Sissi ist zutiefst betroffen von den grausamen Morden an drei jungen Asiatinnen und kannte sogar eine der Opfer persönlich. Sie betont, dass die Opfer Kinder und Familien hinterlassen haben. Die Überlebende, die sich während der Tat in Todesangst verbarrikadierte, wird laut Sissi wahrscheinlich nie wieder in der Sexarbeit arbeiten können und kämpft mit starken Selbstvorwürfen.

Auf den Täter, der für die Bluttat verantwortlich ist, angesprochen, weigert sich Sissi, ihn als „Kunden“ zu bezeichnen und betont, dass Menschen, die Gewalt in Bordellen ausüben, in erster Linie Mörder und keine Freier sind. In ihrer langjährigen Erfahrung in der Szene stellt sie fest, dass die Kunden nicht brutaler, sondern „dümmer“ geworden sind, wie der Rest der Gesellschaft.