15. April 2024

SZ-Redaktion abgehört, nicht hinnehmen.

Im Jahr 2023 wurden Journalistinnen und Journalisten der renommierten Tageszeitung „“ Ziel eines Abhörskandals. Diese schockierende Enthüllung führte dazu, dass interne Details, insbesondere aus der Redaktionskonferenz, an die Öffentlichkeit gelangten. Unter anderem wurde bekannt, wie die Vize-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid mit Quellen in ihren Texten umgeht. Als Reaktion darauf leitete die Zeitung eine Untersuchung ein, um den Informanten oder die Informantin aus den eigenen Reihen zu finden.

„SZ“-Chefredakteur Wolfgang Krach äußerte sich empört über diese Verletzung der journalistischen Integrität und betonte, dass es inakzeptabel sei, wenn das Herz einer Redaktion abgehört werde. Eine solche Aktion zerstöre die Arbeitsgrundlage und das Vertrauen in die Redaktion. Demnach wurde eine gezielte Suche nach möglichen Kontakten zwischen der Redaktion und dem Branchendienst „Medieninsider“ gestartet, da dieser detailliert über die Inhalte der Konferenz berichtet hatte. Laut Krach wurden lediglich technische Daten überprüft, um festzustellen, ob während des Zeitraums zwischen der Redaktionskonferenz und der Veröffentlichung des ersten Berichts des Branchendienstes Audio- oder Videodateien an dessen Domain geschickt wurden. Dieses Vorgehen sei in Absprache mit dem Betriebsrat erfolgt. Krach betonte, dass persönliche Accounts nicht überprüft und Inhalte von E-Mails oder Telefonaten nicht eingesehen wurden, wodurch sensible Daten nicht gefährdet waren. Dennoch brachte die Suche keine Ergebnisse hervor.

In einer gemeinsamen Stellungnahme von Chefredaktion, Betriebsrat und Redaktionsausschuss wurde betont, dass der Schutz des Redaktionsgeheimnisses von entscheidender Bedeutung für ihre Arbeit sei. Daher sei es unumgänglich, Kolleginnen und Kollegen, die dieses Geheimnis verletzen, ausfindig zu machen. Trotz dieser Bemühungen gelangten jedoch erneut Informationen nach draußen, wie „Medieninsider“ erneut berichtete. Diese wiederholte mutmaßliche Aufzeichnung und Weitergabe interner Konferenzen bedrohe nicht nur das Redaktionsgeheimnis, sondern auch die Unternehmenskultur der „Süddeutschen Zeitung“. Die Organisation Reporter ohne Grenzen warnte zudem davor, dass durch solche Vorfälle auch die Quellen des Journalismus nicht ausreichend geschützt seien.

Es ist klar, dass dieser eine ernsthafte Gefahr für die journalistische Integrität und den Schutz von Quellen darstellt. Die „Süddeutsche Zeitung“ ist bemüht, ihre Redaktion zu schützen und den verantwortlichen Informanten oder die Informantin ausfindig zu machen. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Fall weiterentwickeln wird und welche Auswirkungen er auf den Journalismus und die Medienlandschaft haben wird. Es ist entscheidend, dass solche Verletzungen des Redaktionsgeheimnisses nicht ungesühnt bleiben und dass Maßnahmen ergriffen werden, um die journalistische Integrität zu wahren und die Quellen des Journalismus zu schützen. Nur so kann eine freie und unabhängige Berichterstattung gewährleistet werden.

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