22. Juli 2024

Wien: Bim auf Überholspur, keine neue U-Bahn.

Das Öffentliche Verkehrsnetz in erfährt derzeit einen massiven Ausbau sowohl im Untergrund als auch an der Oberfläche. Dies führt jedoch auch zu notwendigen Bauarbeiten, die mit Einschränkungen für die Fahrgäste einhergehen. Laut der Chefin der Linien könnten diese Einschränkungen in Zukunft noch größer und länger ausfallen.

Unter dem Motto „Straßenbahn hui, U-Bahn pfui“ soll zukünftig vor allem das Schienennetz der Straßenbahnen erweitert werden. Die Wiener Linien haben kürzlich das Jahrzehnt der Modernisierung des Öffi-Netzes ausgerufen, was zu umfangreichen Baustellen führt, die sich negativ auf die Fahrgäste auswirken.

Die jährliche Erneuerung von drei Prozent des Schienennetzes erfordert laut Wiener Linien-Chefin Alexandra Reinagl immer größere und längere Baustellen, die im Sommer nicht mehr bewältigt werden können. Trotz des aktuellen Ausbaus des U-Bahnnetzes mit dem Projekt U2xU5 soll die U5 die letzte neue U-Bahnlinie in Wien sein. Reinagl warnt vor den umweltverträglichen Auswirkungen des Tiefbaus und des CO?-Ausstoßes der U-Bahnen.

Die Vision von Reinagl ist es, Wien zur Tramhauptstadt der Welt zu machen. Aktuell verfügt die Stadt über das sechstgrößte Straßenbahnnetz der Welt. Unter der ehemaligen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou wurde der Ausbau der Straßenbahnen vorangetrieben, was nun zu einer Renaissance der Tramway führt.

Die Wiener Linien streben auch den Ausbau der Straßenbahn ins Umland an, benötigen jedoch Partner für die Umsetzung. Eine geplante Verlängerung der Linie 72 nach hängt derzeit von Verhandlungen zur Finanzierung mit dem Land Niederösterreich ab.

Die Baustellen im Öffi-Bereich sorgen in diesem Sommer für erhebliche Einschränkungen für die Fahrgäste. Wichtige Linien werden geteilt oder eingestellt, was zu Frust bei den Fahrgästen führt. Die Wiener Linien geben einen Überblick über die Baustellen mit dem größten Frustpotenzial, darunter die Umgestaltung der Wiedner Hauptstraße, der Universitätsstraße und die Sanierung der U4. Auch die S-Bahn-Stammstrecke und die Linie S 80 sind von Baumaßnahmen betroffen.