21. Juli 2024

Wien führend bei Betretungsverboten – mehr Anzeigen.

Im vergangenen Jahr wurden österreichweit insgesamt 15.115 Betretungs- und Annäherungsverbote ausgesprochen, wobei die meisten dieser Maßnahmen in der Bundeshauptstadt verhängt wurden. Dort wurden 4272 Betretungsverbote verzeichnet. Die restlichen Bundesländer verzeichneten zwischen 1,2 und 1,7 Betretungsverbote pro 1000 Einwohner. Tirol und Vorarlberg bildeten dabei das Schlusslicht mit jeweils 1,2 Verboten, gefolgt von der Steiermark (1,4), Salzburg (1,5), Burgenland (1,5), Kärnten (1,6), Niederösterreich (1,6) und Oberösterreich (1,7).

In absoluten Zahlen betrachtet, folgt die Reihenfolge der Bundesländer nach Einwohnerzahlen. Niederösterreich verzeichnete 2784 Betretungsverbote, gefolgt von Oberösterreich mit 2656 Maßnahmen. Danach folgen die Steiermark (1715), Tirol (946), Kärnten (933), Salzburg (850), Vorarlberg (503) und das Burgenland (456).

Die Anzahl der Betretungs- und Annäherungsverbote in Österreich ist seit 2020 kontinuierlich gestiegen. Laut dem Gewaltschutzbericht des Bundeskriminalamts wurden im ersten Corona-Jahr 11.652 Maßnahmen verzeichnet, 2021 stieg die Zahl auf 13.690 und 2022 auf 14.643 Wegweisungen. Das Innenministerium erklärt diesen Trend mit einer hohen Bereitschaft zur Anzeige von Gewalttaten.

Für Personen, die Gewalt erfahren, gibt es in Österreich verschiedene Anlaufstellen wie die Frauen-Helpline, die Autonomen Österreichischen Frauenhäuser, die Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie, den Frauennotruf der Stadt Wien und die Österreichischen Gewaltschutzzentren. Es ist wichtig, bei Gewalttaten nicht zu zögern und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.