25. Juli 2024

Wiener Linien-Chefin siegt in Busentführungsfall.

Ein Gewerkschafter, der Schwachstellen im Betrieb der Linien aufdecken wollte, fand sich von Geschäftsführerin Alexandra Reinagl in seinem Ruf angegriffen. Die Unternehmensleiterin hatte dem ehemaligen Mitarbeiter indirekt eine „hohe kriminelle Energie“ vorgeworfen, was laut Gerichtsentscheidung zulässig war. Die Leser der Zeitung „Kronen Zeitung“ erinnern sich vielleicht an den Vorfall vom vergangenen Jahr, als Herbert Weidenauer einen Linienbus aus einer Betriebsgarage der Wiener Linien entwendete, um auf Sicherheitsmängel hinzuweisen, nachdem seine Warnungen von der Geschäftsführung ignoriert wurden.

Nachdem er das Fahrzeug zurückgebracht und Anzeige erstattet hatte, wurde Weidenauer von den Verkehrsbetrieben überraschend mit Vorwürfen konfrontiert. Reinagl insinuierte, dass er die Betriebssicherheit gefährdet habe. Weidenauer forderte daraufhin eine öffentliche Richtigstellung, doch das Gericht entschied, dass Reinagls Aussagen zwar übertrieben und polemisch waren, aber angesichts der provokanten Aktion des Gewerkschaftlers gerechtfertigt waren.

Der Prozess endete mit Weidenauer, der die Kosten in Höhe von etwa 3800 Euro tragen muss. Ob er das Urteil akzeptiert oder dagegen vorgeht, steht noch aus. Trotz des „Busdiebstahls“ hat Weidenauer keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten, da die Staatsanwaltschaft das Verfahren aufgrund der Geringfügigkeit einstellte.

Dennoch besteht Weidenauer darauf, dass es Sicherheitsmängel sowohl in den Betriebsgaragen als auch in den Bussen gibt. Daher drängt er weiterhin auf ein Treffen mit dem Öffi-Stadtrat Peter Hanke (SPÖ), unterstützt von der Fraktion der unabhängigen Gewerkschafter.