19. Juli 2024

Wiener sorgt in Ecuador für verletzte Tiere.

Der Bojan Ferkovic hat sich seinen langgehegten Traum in Ecuador erfüllt, indem er im Rettungszentrum für Tiere arbeitet. Sein Wunsch, irgendwohin zu reisen, wo er mit Tieren arbeiten und helfen kann, führte ihn schließlich nach Ecuador. Dort, wo vor einigen Jahren die Gesetze zum Tierhandel und -haltung verschärft wurden, fand er sein neues Zuhause. Das Tierrettungszentrum „amaZOOnico“ liegt rund vier Autostunden südöstlich von der Hauptstadt Quito, am Tor zum Amazonas-Regenwald. Auf einer Fläche von etwa fünf Hektar werden verschiedene Tierarten wie Aras, Nasenbären, Tukane, Schildkröten, Tapire, Kaimane und Affen betreut. Diese Tiere wurden entweder verletzt aufgefunden, stammen aus Versuchslaboren oder wurden illegal gehandelt.

Das Rettungszentrum wird ausschließlich durch Spenden finanziert und ist auf die Hilfe von freiwilligen Helfern wie Bojan Ferkovic angewiesen. Sein Tag beginnt früh um 7 Uhr mit der Fütterung der Tiere, der Überprüfung ihres Gesundheitszustands und der Reinigung der Gehege. Nach einer kurzen Frühstückspause um 9.30 Uhr stehen Führungen mit Touristen und Aktivitäten mit den Tieren auf dem Programm. Das Ziel ist es, das kognitive Niveau der Tiere zu fördern und sie auf eine mögliche Auswilderung vorzubereiten.

Von den über 3500 Tieren, die in der Rettungsstation aufgepäppelt wurden, konnten bereits 1500 wieder in die Wildnis entlassen werden. Dabei hängt der Erfolg der Auswilderung auch von der jeweiligen Tierart ab. Während Affen schwerer wieder an ein in Freiheit gewöhnt werden können, gestaltet sich die Auswilderung von Reptilien einfacher, da sie keinen Bezug zu Menschen aufbauen.

Nach einem weiteren Arbeitseinsatz und den notwendigen Hausarbeiten ist für Ferkovic Feierabend. Er nutzt die freie Zeit, um im Fluss zu schwimmen, sich mit anderen Freiwilligen zu treffen oder an den Aktivitäten der einheimischen Kichwa-Bevölkerung teilzunehmen. Trotz der Mosquitostiche und der Geräuschkulisse des Regenwalds hat sich der Wiener bereits an sein neues Leben gewöhnt und empfindet die Klänge der Vögel, Affen und Frösche als beruhigend und schön. Das Leben abseits der touristischen Pfade möchte er keinesfalls missen.