22. Juli 2024

Wiener Verfassungsschützer in Egisto Ott Fall entdeckt.

Nach der Verhaftung des ehemaligen Verfassungsschützers Egisto Ott wegen Spionageverdachts gerät nun ein weiterer Bundesbeamter ins Visier der Ermittlungen. Der Beamte des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) wurde bereits im Jahr 2022 vom Dienst suspendiert. Es wird vermutet, dass dieser Mitarbeiter, der zuvor im LVT tätig war, Teil des Spionagenetzwerks von Egisto Ott war, da sein Name in den laufenden Ermittlungen auftaucht.

Der Beamte wurde im September 2022 für neun Monate suspendiert, bestätigte die Landespolizeidirektion . Mittlerweile ist der ehemalige Verfassungsschützer in den Ruhestand getreten. Ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wurde im Mai 2023 eingestellt. Es wird jedoch noch ein disziplinarrechtliches Verfahren gegen ihn geführt.

Die genaue Rolle des Beamten in der Ott-Affäre ist derzeit nicht öffentlich bekannt. Die ermittelnden Behörden haben sich dazu bisher nicht geäußert, jedoch wurde bestätigt, dass das disziplinarrechtliche Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.

Die Festnahme von Egisto Ott basierte auf Chat-Verläufen, die von britischen Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmt wurden. Diese Chats, die zwischen dem geflohenen Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek und einem in Großbritannien inhaftierten russischen Spion geführt wurden, belasten Ott schwer. Es wird angenommen, dass Ott systematisch geheime und vertrauliche Informationen sowie personenbezogene Daten aus dem Verfassungsschutz und den Polizeidatenbanken an den russischen Geheimdienst weitergegeben hat. Die Chats enthüllen auch die Verwicklung von Ott und seinem damaligen Vorgesetzten, Martin Weiss, dem ehemaligen Leiter der Spionage-Abteilung beim Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT). Martin Weiss hat sich mittlerweile nach Dubai abgesetzt.