21. Juli 2024

„Wiener verwandelt „Mein Kampf“ in Kochbuch“

Hitlers „Mein Kampf“ gilt als das berüchtigtste Buch schlechthin und sorgt bis heute immer wieder für hitzige Diskussionen. Neben der Bibel ist es wohl eines der meist verbreiteten deutschen Bücher. Der Künstler und Grafiker Andreas Joska-Sutanto hat sich seit 2016 unter dem Titel „Kein Mampf“ einer ungewöhnlichen Auseinandersetzung mit Hitlers Werk gewidmet. Er zerschneidet das Buch in seine einzelnen Buchstaben und setzt sie zu Kochrezepten zusammen. Mit dem Abschluss der Hundertsten Seite ist nun ein des provokanten Projektes vollendet. Joska-Sutanto lädt zur Präsentation am Donnerstag in ein.

Kaum jemand hat das dunkle Symbol des Nationalsozialismus gelesen, obwohl die Urheberrechte mit dem Todestag von Adolf Hitler abgelaufen sind und das Werk theoretisch gedruckt werden darf. Historiker haben eine kommentierte Ausgabe veröffentlicht, um die Ideologie des Nazi-Pamphlets mit Fakten zu widerlegen.

Andreas Joska-Sutanto wählt einen ebenso legalen, aber provokanten Ansatz, um sich mit Hitlers Werk auseinanderzusetzen. Er möchte die Betrachter dazu anregen, sich erneut mit dem schwierigen Thema des Dritten Reiches zu beschäftigen. Der Künstler erklärt, dass der humorvolle Titel nur als Mittel zum Zweck dient und das Projekt bereits mit einem -Award ausgezeichnet wurde.

Das unkonventionelle Projekt wirft ein neues Licht auf ein Thema, das viele lieber meiden. Besonders in Zeiten, in denen in Europa wieder Kriege geführt werden, gewinnt die Veranstaltung an Bedeutung. Joska-Sutanto betont die Wichtigkeit, aus der zu lernen und nicht die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

Am Donnerstag wird ein Viertel des Projektes abgeschlossen, und der Künstler lädt zur Präsentation ins LOT in der Ankerbrotfabrik in Wien ein. Der Eintritt ist frei, Spenden kommen dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes zugute.

Die Frage, ob das Hitler-Kochbuch des Künstlers „zu weit geht“, wurde von einer Online-Umfrage beantwortet. Lediglich 30 Prozent der Teilnehmer stimmten zu, während 70 Prozent das Projekt befürworteten.