25. Juli 2024

Wienerin bei Vorhang-Deal mit Schrauben betrogen.

Eine Vorhangverkäuferin wurde anstelle von hunderttausenden Euro mit Vorhängen Opfer einer Rip-Deal-Bande. Ein 22-jähriger Franzose tauschte die vereinbarte Gold-Provision gegen ein Päckchen Schrauben aus und entkam mit der Beute in seine Heimat. Vor Gericht in stand nun der junge Mann, während die Drahtzieher und die Golddukaten weiterhin verschwunden blieben.

Im Februar roch die Vorhangverkäuferin ein großes Geschäft, als ihr ein Mann am Telefon anbot, Gardinen im Wert von fast 330.000 Euro an einen kroatischen Kunden zu vermitteln. Eine Provision von 95.200 Euro wurde vereinbart – bezahlt in Gold, das vorab von einem Komplizen des Anrufers kontrolliert werden sollte. Nachdem der 22-Jährige die Kiste mit den Dukaten überprüft hatte, tauschte er sie heimlich gegen Schrauben aus und floh mit der Beute.

Obwohl der Franzose später gefasst und ausgeliefert wurde, fehlt von dem gestohlenen Gold jede Spur. Er behauptet, lediglich ein kleines Rad in einer französischen Bande zu sein, die auf internationale Rip-Deals spezialisiert ist. Auch in der Schweiz wird gegen die Gruppe ermittelt.

Der Verteidiger des 22-Jährigen betont, dass sein Mandant nur ein kleines Rädchen im Getriebe war und keine genaue Kenntnis über den Wert der Beute oder den Auftraggeber hatte. Trotzdem wird der Franzose wegen schweren Diebstahls und Geldwäsche zu zwei Jahren teilbedingter Haft verurteilt, wobei er acht Monate im Gefängnis absitzen muss. Der Vorwurf der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung wird jedoch fallengelassen, da nicht nachweisbar ist, ob der Angeklagte über das gesamte Netzwerk Bescheid wusste.