22. Juli 2024

Wiens Kliniken setzen auf aktive Reha-Maßnahmen.

Die WIGEV Pflegehäuser in haben ihr Angebot erweitert, um vermehrt die Nachsorge für temporär hilfsbedürftige Menschen zu übernehmen. Das Ziel ist es, diesen Menschen die Rückkehr in ein eigenständiges zu ermöglichen, anstatt sie unnötigerweise in einem Spitalsbett auf einen Platz im Pflegeheim warten zu lassen. Bisher gab es in der Gesundheitslandschaft Wiens eine Versorgungslücke, insbesondere wenn Spitalsärzte ihre Arbeit abgeschlossen hatten, die Patienten jedoch noch nicht alleine nach Hause geschickt werden konnten. Die kostenintensive Praxis, Patienten in Spitälern zu „parken“, bis sie wieder selbstständig für sich sorgen können oder einen Pflegeplatz erhalten, gehört nun jedoch der Vergangenheit an.

Bis zum Jahresende sollen in den WIGEV-Pflegehäusern in der und in Baumgarten insgesamt 144 Plätze für Rehabilitation und temporäre Pflege zur Verfügung stehen. Dies bedeutet nicht nur eine Unterstützung für die Gesundheit der Patienten, sondern auch eine Vereinfachung des bürokratischen Prozesses. Durch dieses Konzept bleiben die Patienten offiziell „Spitalspatienten“, es sind keine Verhandlungen zwischen verschiedenen Institutionen erforderlich und es entstehen keine zusätzlichen Kosten.

Das Konzept ist zweigeteilt: Für Patienten mit guten Chancen auf eine Rückkehr in ein eigenständiges Leben stehen 48 Plätze für „Remobilisation und Nachsorge“ zur Verfügung. Dieses Modell wurde bereits seit 2019 erfolgreich getestet, wobei 83 Prozent der Patienten innerhalb eines Monats wieder nach Hause entlassen werden konnten. Für schwierigere Fälle gibt es 96 Plätze für „Überleitungspflege“, bei denen den Patienten drei Monate Zeit gegeben wird, sich auf die eigenen Füße zu stellen. Die Erfolgsquote liegt hier bei rund einem Drittel.

Die WIGEV-Generaldirektorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb sieht den aktuellen Bedarf in Wien mit den 144 Plätzen gedeckt, plant jedoch bis zum Jahr 2030 weitere 250 Pflegeplätze bereitzustellen. Obwohl diese Maßnahmen Kosten verursachen, wird dies langfristig zu Einsparungen im Gesundheitssystem führen.