14. April 2024

„Öffi-Arzt verklagt Wiener Linien wegen bizarrer Hintergrund“

Ein langjähriger Mediziner der Linien wurde kürzlich entlassen, nachdem er jahrelang Bus-, Bim- und U-Bahn-Fahrer auf ihre Diensttauglichkeit untersucht hatte. Dr. Danut H. behauptet, dass ihm neuerdings Zeitvorgaben auferlegt wurden, um die Untersuchungen schneller durchzuführen. Er sagt, dass 30 Minuten pro Jobbewerber und 60 Minuten für bereits angestellte Fahrer manchmal nicht ausreichen, um eine gründliche Begutachtung durchzuführen.

Der Arzt behauptet, dass ihm auch untersagt wurde, Teiltauglichkeits-Atteste auszustellen, beispielsweise für Fahrer mit Rückenproblemen, die nur in bestimmten Fahrzeugen eingesetzt werden dürfen. Sein Anwalt betont, dass Dr. Danut H. sich stets für die Gesundheit der Mitarbeiter eingesetzt habe, was ihm nun zum Verhängnis geworden sei.

Die Wiener Linien weisen die Vorwürfe zurück und betonen, dass es keine Zeitvorgaben für medizinische Gutachten gebe. Sie begründen die Kündigung von Dr. Danut H. mit „triftigen dienstrechtlich relevanten Vorfällen“, ohne jedoch konkrete Details zu nennen.

Der Gerichtsprozess, der am 16. April beginnt, verspricht spannend zu werden. In der Zwischenzeit setzen die Verkehrsbetriebe eine Recruiting-Offensive ein, um neue Fahrer zu gewinnen. Obwohl Dr. Danut H. entlassen wurde, wurde das betriebseigene Ärzteteam entsprechend aufgestockt.