14. April 2024

Erster österreichischer Weltraumtourist unternimmt historischen Flug mit Virgin Galactic

Ein österreichischer Unternehmer namens Franz Haider wurde am Freitagabend zum ersten österreichischen Weltraumtouristen und erlangte damit den Status eines Astronauten. Die Reise begann vor 17 Jahren mit dem eines Tickets für 200.000 US-Dollar und führte schließlich zu einem atemberaubenden Flug zum Rand des Weltraums mit Virgin Galactic, dem bahnbrechenden Raumfahrtunternehmen, das vom britischen Milliardär Richard Branson gegründet wurde.

Haider, der aus der Region Waldviertel stammt und in den Aufzeichnungen von Virgin Galactic als „Astronaut 025“ geführt wird, startete von Spaceport America in New Mexico, USA, zur Mission „Galactic 06“. Die Mission war ein lang gehegter Traum für Haider, der sein Ticket bereits 2007 gekauft hatte. Nach langem Warten und zahlreichen Verzögerungen ermöglichte schließlich das gute Wetter die Durchführung der Mission und bot Haider und seinen Mitreisenden ein einmaliges Erlebnis.

Der Flug begann mit dem Trägerflugzeug „VMS Eve“, das das Raumschiff „VSS Unity“, das einem Privatjet ähnelt, auf eine Höhe von etwa 15 Kilometern brachte. Von dort aus stieg die „VSS Unity“ auf rund 90 Kilometer über die Erde. Diese Höhe, wie von der US-amerikanischen Federal Aviation Administration (FAA) definiert, qualifiziert die Passagiere als Astronauten.

An Bord der etwas mehr als 18 Meter langen „VSS Unity“ erlebten Haider, drei weitere Weltraumtouristen und zwei Piloten den Nervenkitzel eines nahezu senkrechten Aufstiegs und beschleunigten auf bis zu 3.600 Kilometer pro Stunde, dreimal die Schallgeschwindigkeit. Dieser intensive Aufstieg brachte sie in einen Zustand der Schwerelosigkeit, eine surreale Erfahrung, als das Raumschiff den Höhepunkt seiner Flugbahn kopfüber passierte.

In der Kabine wurden die euphorischen Momente der Besatzung eingefangen, als sie sich aus den Gurten lösten und frei schwebten, um einige Minuten der Schwerelosigkeit zu genießen. Auf dem Höhepunkt ihrer Reise befanden sie sich etwa 89 Kilometer über der Erde. Die Freude und Erleichterung waren in der Kabine spürbar und zeugten vom Erfolg der Mission und der Erfüllung ihres lang ersehnten Traums. Die Reise endete mit einem sanften Gleitflug zurück zum Raumhafen, wo sie gegen 18:56 Uhr landeten und mit Applaus zahlreicher Zuschauer begrüßt wurden.

Haider äußerte gegenüber APA seine unerschütterliche Überzeugung von der Mission, trotz der langen Wartezeit. Sein Ticket, das er zu einem beachtlichen Preis von 200.000 US-Dollar (183.604,15 Euro zum aktuellen Wechselkurs) erworben hatte, ist nun ein Artefakt, da die Preise für neue Käufer sich mehr als verdoppelt haben.

Die Umweltauswirkungen solcher Unternehmungen, wie vom Austrian Space Forum (ÖWF) berechnet, entsprechen den pro Kopf-Emissionen eines transatlantischen Fluges. Gernot Grömer, der Leiter des ÖWF, prognostiziert in einer Pressemitteilung einen deutlichen Anstieg der jährlichen suborbitalen Flüge bis 2031 und betont den wachsenden Markt in der niedrigen Erdumlaufbahn. Diese neue Ära der Raumfahrt geht nicht nur von staatlichen Raumfahrtprogrammen aus, sondern auch von der aufstrebenden privaten Industrie, einschließlich privat betriebener Raumstationen, die in den nächsten zehn Jahren erwartet werden.

Virgin Galactics Weg zu diesem bahnbrechenden Ereignis war von jahrelanger Entwicklung, Herausforderungen und Rückschlägen geprägt. Der erfolgreiche Raumflug der „VSS Unity“ im Jahr 2018, gefolgt von einem Teamflug mit Branson im Jahr 2021, ebnete den Weg für kommerzielle Flüge.