23. April 2024

72-Jährige griff Sozialarbeiter mit Hammer an.

Inmitten des Landesgerichts steht eine zierliche und ruhige ältere Dame, die trotz ihres Alters und ihrer Erscheinung keine Handschellen trägt – von Aggression keine Spur. Doch im Juli 2023 war dies anders, als sie im Wahn versuchte, einen Sozialarbeiter zu töten und somit ein schwerwiegendes Verbrechen beging. Obwohl es beim Versuch blieb, handelt es sich um einen Mordversuch gemäß dem österreichischen Strafgesetzbuch.

Die 72-jährige Frau erweckt fast Mitgefühl, als sie in einem übergroßen Pullover und Jogginghose vor dem Verhandlungssaal des Landesgerichts steht, freundlich um sich schaut und auf ihren Prozess wartet. Es wird enthüllt, dass die ehemalige Putzfrau seit Jahrzehnten an einer schweren Schizophrenie leidet, jedoch nie behandelt wurde. Der Verlust ihres Ehemannes im Juli 2021 führte zu einem Zusammenbruch ihrer Lebensumstände, da sie isoliert in einer ohne grundlegende Versorgung lebte.

Trotz der Hilfe eines Erwachsenenvertreters, der auch über ihre Pension verfügt, war die 72-Jährige nicht einsichtig und lehnte jede Unterstützung ab. Als der Sozialarbeiter im Juli letzten Jahres kam, um ihre Pension zu überbringen, griff sie mit einem Hammer an und verletzte ihn beinahe schwer. Die Staatsanwältin erklärt, dass Personen in einem solchen Zustand ungeahnte Kräfte entwickeln können.

Während des Prozesses flüstert die Frau immer wieder das Wort „Angst“, was von der Anklägerin bestätigt wird. Es scheint, als habe sie die Situation als äußerst bedrohlich empfunden. Nach der Empfehlung des Psychiaters Peter Hofmann entscheiden die Geschworenen, die 72-Jährige in einem forensisch-therapeutischen Zentrum unterzubringen – eine Entscheidung, die noch nicht rechtskräftig ist.