15. April 2024

Wiens Kliniken im Gesundheitsverbund: Ein genauer Blick

Der Gesundheitsverbund steht vor großen Herausforderungen, darunter Gangbetten, gesperrte Stationen und Personalmangel. In einer ersten Bilanz zog die Chefetage nun ein Resümee. Die Gesundheitskrise, die diesmal nicht durch Corona, sondern durch einen akuten Personalmangel in den Gesundheitseinrichtungen ausgelöst wird, führt zu gesperrten Stationen und langen Wartezeiten auf Operationen. Als Österreichs größter Vertreter in der Gesundheitsbranche wurde der Wiener Gesundheitsverbund (Wigev) in den vergangenen Monaten immer wieder heftig kritisiert.

In den Kliniken wurden im vergangenen Jahr 4,9 Millionen Patienten versorgt, was etwa 75 bis 80 Prozent aller Spitalleistungen in entspricht. Mit 134.512 Operationen im Jahr 2023 nähert sich der Gesundheitsverbund dem Vorkrisenniveau von 2019 an. Eine große Herausforderung bleibt die Personalsituation, mit einem der Mitarbeiter, die in den Ruhestand gehen.

Um attraktiv für Mitarbeiter zu bleiben, hat der Wiener Gesundheitsverbund flexible Arbeitsmodelle, Sonn- und Feiertagszulagen sowie Einspring-Prämien für kurzfristige Zusatzdienste eingeführt. Auch wurden Ausbildungsplätze für Ärzte und Pflegepersonal deutlich ausgebaut. Um die medizinischen Mitarbeiter zu entlasten, wurde auch das administrative Personal aufgestockt.

Insgesamt wurden im Jahr 2023 fast genauso viele Patienten behandelt wie vor der Krise. Der Ausbau von Primärversorgungszentren wie dem Medloft-Primärversorgungszentrum in trägt zur Entlastung der Kliniken bei. Hier arbeiten Allgemeinmediziner und Kinderärzte Hand in Hand, um eine umfassende Betreuung zu gewährleisten.

Die Politik begrüßt diese Entwicklungen, wie Stadtrat Peter Hacker, der sich über die Dienste eines Kassen-Kinderarztes im PVE-Margareten freut. Bezirksvorsteherin Silvia Jankovic spricht von einem „Meilenstein für Margareten“. Medloft-Chef Dr. Florian Mölzer betont, dass ihr Angebot auch von einer erfahrenen Diätologin abgerundet wird, die sich auf Patienten im Säuglings-, Kinder- und Jugendalter spezialisiert hat.