23. April 2024

Industrie in Wien: Wirtschaft warnt vor Exodus.

Die Warnung von Stefan Ehrlich-Adám, dem Spartenobmann Industrie in der Wirtschaftskammer, ist deutlich: steht vor einem potenziellen Exodus von Unternehmen und Arbeitsplätzen. Die Stadt leidet unter einem akuten Mangel an verfügbaren Flächen für die Ansiedelung oder Expansion von Betrieben. Obwohl Wien international als Zentrum der Hochkultur bekannt ist, wird oft übersehen, dass die Stadt auch ein bedeutender Industriestandort ist. Tatsächlich schaffen die Unternehmen in Wien stolze 59.000 Arbeitsplätze und generieren eine Wertschöpfung von 7,3 Milliarden Euro.

Stefan Ehrlich-Adám warnt davor, dass die vorhandenen 2127 Hektar gewidmeten Betriebsflächen in Wien fast vollständig ausgeschöpft sind, mit nur noch 140 Hektar verbleibender freier Fläche. Bei der aktuellen Entwicklung droht der Stadt in zehn Jahren der Platz für weitere Betriebsansiedlungen auszugehen. Die Industrie in Wien wächst unaufhörlich, mit Unternehmen, die trotz wirtschaftlicher Herausforderungen bestehende Standorte erweitern und internationale Unternehmen, die sich ansiedeln wollen. Doch es mangelt an neuen Flächen, um dieser Expansionsdynamik gerecht zu werden.

Ehrlich-Adám betont, dass die noch verfügbaren Flächen oft schlecht erschlossen sind, wie beispielsweise in der Donaustadt, wo der Anschluss an die S1 fehlt. Die Konsequenzen sind gravierend: Neue Betriebe können sich nicht ansiedeln und bestehende Unternehmen müssen möglicherweise Wien verlassen, entweder in Richtung Niederösterreich oder im schlimmsten Fall in andere Regionen wie Asien oder Nordamerika.

Die Industrie muss laut Ehrlich-Adám zwar auch an Möglichkeiten zur Verdichtung denken, aber es bedarf dringend Maßnahmen, um die Industrie im Stadtgebiet zu halten und neue Flächen zu erschließen. Es ist entscheidend, dass Wien als bedeutender Industriestandort erhalten bleibt und weiterhin Arbeitsplätze und Wertschöpfung für die Stadt generiert.